Die Photobiomodulation (PBM), auch als Low-Level-Lasertherapie (LLLT) bezeichnet, ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, bei der Licht bestimmter Wellenlängen gezielt auf ausgewählte Körperregionen angewendet wird.
In der Hundephysiotherapie wird diese Form der Lichttherapie als ergänzende Behandlungsmethode eingesetzt. Dabei stehen insbesondere der Bewegungsapparat, die Muskulatur und verschiedene Gewebestrukturen im Mittelpunkt.
Die Anwendung erfolgt mit speziellen Therapielasern, die Licht im roten und nahinfraroten Wellenlängenbereich abgeben. Die Auswahl der Behandlungsparameter richtet sich nach der jeweiligen Körperregion, dem Gewebe und dem individuellen Befund des Hundes.
Bei der Photobiomodulation wird Lichtenergie in das Gewebe eingebracht. Dabei werden verschiedene photochemische und biologische Wechselwirkungen untersucht.
Zelluläre Prozesse:
Ein wesentlicher Forschungsbereich beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Licht und zellulären Strukturen, insbesondere den Mitochondrien. Untersucht werden unter anderem Veränderungen des zellulären Energiestoffwechsels und verschiedener Signalprozesse.
Mikrozirkulation und Gewebereaktionen:
Weitere Untersuchungen beschäftigen sich mit möglichen Veränderungen der lokalen Mikrozirkulation und biologischen Reaktionen des Gewebes auf die Lichtanwendung.
Schmerzverarbeitung und Entzündungsprozesse:
Auch mögliche Einflüsse auf die Schmerzverarbeitung und entzündungsbezogene Signalwege sind Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Die beschriebenen Mechanismen sind Forschungsgegenstand und nicht mit einer gesicherten therapeutischen Wirkung bei jeder Erkrankung gleichzusetzen.
In der Photobiomodulation werden unterschiedliche Betriebsarten verwendet.
CW-Laser (Continuous Wave):
Bei dieser Betriebsart wird das Laserlicht kontinuierlich abgegeben. Die Energieübertragung erfolgt gleichmäßig über die jeweilige Anwendungsdauer.
Gepulstes Laserlicht:
Bei der gepulsten Anwendung wird das Licht in zeitlich aufeinanderfolgenden Impulsen abgegeben. Dabei können unterschiedliche Pulsfrequenzen und weitere Behandlungsparameter eingestellt werden.
Die Auswahl der Betriebsart erfolgt entsprechend dem verwendeten Therapiegerät und dem individuellen Behandlungskonzept.
Neben der kontinuierlichen Lichtabgabe kommen in bestimmten Behandlungskonzepten auch frequenzmodulierte Anwendungen zum Einsatz.
Hierzu gehören beispielsweise die sogenannten Nogier-Frequenzen, die aus speziellen komplementärmedizinischen Behandlungskonzepten bekannt sind.
Bei diesen Verfahren wird das Laserlicht mit festgelegten Pulsfrequenzen abgegeben. Die Zuordnung einzelner Frequenzen zu bestimmten Körperregionen oder funktionellen Systemen beruht auf den jeweiligen Therapiekonzepten.
Ein spezifischer therapeutischer Vorteil einzelner Nogier-Frequenzen ist beim Hund bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Die Frequenzmodulation stellt daher eine mögliche technische Variante der Lichtanwendung dar, deren Einsatz individuell ausgewählt wird.
Die Photobiomodulation wird in der Tierphysiotherapie in unterschiedlichen Bereichen als ergänzende Behandlungsmethode eingesetzt.
Orthopädie und Bewegungsapparat:
Arthrose und degenerative Gelenkveränderungen
Rückenbeschwerden und Bewegungseinschränkungen
Gelenknahe Weichteilbeschwerden
Belastungsbedingte Beschwerden bei Sporthunden
Muskulatur, Sehnen und Faszien:
Muskuläre Spannungszustände
Myofasziale Beschwerden
Sehnen- und Bandbeschwerden
Muskuläre Überlastungen
Rehabilitation und Gewebe:
Physiotherapeutische Nachbehandlung nach Operationen
Begleitende Maßnahmen bei Verletzungen
Narbengewebe und Gewebeveränderungen
Ergänzende Anwendungen im Rahmen der Wundversorgung
Neurologische Rehabilitation:
Begleitende physiotherapeutische Maßnahmen bei neurologischen Einschränkungen
Funktionelle Bewegungsstörungen
Rehabilitation bei eingeschränkter Bewegungskoordination
Sporthunde und Senioren:
Ergänzende Anwendungen im Rahmen der Trainingsbegleitung
Regenerationsorientierte Behandlungskonzepte
Individuelle Betreuung älterer Hunde
Begleitende physikalische Maßnahmen bei altersbedingten Veränderungen des Bewegungsapparates
Die genannten Bereiche beschreiben mögliche Einsatzgebiete der Photobiomodulation innerhalb der Hundephysiotherapie. Daraus lässt sich keine gesicherte Wirksamkeit bei den einzelnen Erkrankungen ableiten.
Die Laserakupunktur ist eine nadelfreie Variante der Akupunktur, bei der ausgewählte Akupunkturpunkte mit Laserlicht bestrahlt werden.
Die Auswahl der Punkte orientiert sich an den Grundlagen der traditionellen Akupunktur und dem jeweiligen Behandlungskonzept.
Dabei können sowohl lokale Punkte als auch weiter entfernt liegende Akupunkturpunkte berücksichtigt werden.
Die Laserakupunktur gehört zu den komplementärmedizinischen Verfahren. Ihre spezifischen therapeutischen Wirkungen sind beim Hund bislang nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen.
Neben der lokalen Anwendung werden in der Forschung und in verschiedenen komplementärmedizinischen Konzepten auch weiterführende Formen der Photobiomodulation beschrieben.
Dazu gehören beispielsweise transkranielle Lichtanwendungen und verschiedene Formen der Blutbestrahlung.
Diese Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich ihrer technischen Durchführung, ihrer Behandlungsziele und ihrer wissenschaftlichen Datenlage deutlich von der klassischen lokalen Lasertherapie.
Eine gesicherte klinische Wirksamkeit für systemische Anwendungen beim Hund lässt sich daraus derzeit nicht allgemein ableiten.
Vor der Anwendung werden die jeweilige Körperregion und der individuelle Behandlungsbedarf beurteilt.
Anschließend erfolgt die Auswahl geeigneter Behandlungsparameter wie Wellenlänge, Leistung, Energiedosis und Anwendungsdauer.
Je nach Körperregion und Behandlungskonzept wird der Therapielaser punktuell oder über mehrere ausgewählte Bereiche angewendet.
Die Anwendung erfolgt kontrolliert und unter Berücksichtigung der notwendigen Schutzmaßnahmen.
Die Lasertherapie kann als eigenständige ergänzende Maßnahme oder in Kombination mit manuellen Techniken und weiteren physiotherapeutischen Anwendungen erfolgen.
Nicht jede Körperregion und jede gesundheitliche Situation eignet sich für eine Laseranwendung.
Besondere Vorsicht beziehungsweise ein Verzicht auf die Behandlung ist unter anderem in folgenden Situationen erforderlich:
Direkte Bestrahlung der Augen
Tumorgewebe oder Tumorverdacht im Behandlungsbereich
Trächtigkeit, insbesondere im Bereich des Abdomens
Unklare Gewebeveränderungen
Bestimmte akute Erkrankungen oder gesundheitliche Situationen, die zunächst tierärztlich abgeklärt werden müssen
Eingeschränkte Möglichkeit zur sicheren Durchführung der Behandlung
Die Auswahl der Anwendungsbereiche erfolgt individuell unter Berücksichtigung des gesundheitlichen Zustands des Hundes sowie der gerätespezifischen Sicherheitsvorgaben.
Die Photobiomodulation (PBM) ist eine moderne Form der physikalischen Lichtanwendung, die in der Hundephysiotherapie als ergänzende Behandlungsmethode eingesetzt wird.
Durch die Auswahl unterschiedlicher Wellenlängen, Betriebsarten und Behandlungsparameter lässt sich die Anwendung individuell auf verschiedene Körperregionen und Gewebestrukturen abstimmen.
In meiner Praxis wird die Lasertherapie bedarfsorientiert in ein individuelles physiotherapeutisches Behandlungskonzept integriert.
Wichtiger Hinweis: Die Lasertherapie (LLLT/PBM) ist in Deutschland als Behandlungsmethode nicht für sämtliche Anwendungsgebiete wissenschaftlich allgemein anerkannt. Insbesondere für verschiedene komplementärmedizinische Anwendungen liegen bislang keine ausreichenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise beim Hund vor. Die Lasertherapie ersetzt keine notwendige tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.