Titelbild Hundephysiotherapie Würselen

Injektionstherapie

Injektionstherapie für Hunde – Ein wichtiger Baustein der ganzheitlichen Therapie

Die Injektionstherapie ist ein zielgerichteter ergänzender Baustein innerhalb einer ganzheitlichen Behandlung des Bewegungsapparats. Dabei werden passende Präparate direkt in bestimmte Gewebebereiche eingebracht, um dort gezielt zu unterstützen.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • homöopathische Injektionspräparate

  • B-Vitamine (z. B. zur Unterstützung von Nerven und Muskulatur)

Welche Mittel verwendet werden, hängt immer vom individuellen Befund und der betroffenen Struktur ab.


Wann kann die Injektionstherapie ein sinnvoller Baustein sein?

Die Methode eignet sich besonders begleitend bei folgenden klassischen Erkrankungen und Beschwerdebildern des Bewegungsapparats:

Degenerative und orthopädische Erkrankungen
  • Arthrose (Hüfte, Knie, Ellenbogen, Schulter, Wirbelgelenke)

  • Spondylose

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) – begleitend

  • Ellbogendysplasie (ED) – begleitend

  • Patellaluxation

  • Osteochondrose (OCD) – nach tierärztlicher Abklärung

  • Cauda-equina-Kompression / Lumbosakral-Syndrom (LS-Syndrom)

  • bandscheibenbedingte Rückenprobleme (HWS/BWS/LWS)

Neurologische Erkrankungen
  • degenerative Myelopathie (DM)

  • Nervenreizungen / Neuralgien

  • Radikulopathien (Reizungen der Spinalnerven)

  • Ischias-Beteiligung

  • Nervenentzündungen nach Überlastung oder Trauma

Muskuläre Beschwerden
  • muskuläre Dysbalancen

  • wiederkehrende Verhärtungen und Verspannungen

  • lokale Triggerpunkte

  • fasziale Spannungen und Verklebungen

  • muskuläre Schwäche nach Schonhaltung oder Verletzung

Sehnen- und Bandstrukturen
  • Sehnenreizungen

  • Bandüberlastungen

  • Gelenkkapselreizungen

  • Überlastungserscheinungen bei Sporthunden

Narben und Gewebespannungen
  • Narbengewebe nach OP oder Verletzungen

  • Bewegungseinschränkungen durch Narbenzug

  • Schonhaltungen durch Gewebeveränderungen

Allgemeine systemische Schwächen
  • nachlassende Stabilität im Alter

  • reduzierte Belastbarkeit

  • chronische Muskelermüdung

  • Rekonvaleszenz nach längerer Ruhephase


 
Wie läuft die Injektionstherapie ab?

Je nach Region, Struktur und Symptomatik werden drei Injektionstechniken eingesetzt. Andere Verfahren kommen nicht zum Einsatz.

1. Intradermal (i.d.) – „Quaddeln“

Das Präparat wird in die oberste Hautschicht gegeben, sodass eine kleine Quaddel entsteht.
Vorteil: langsame, gleichmäßige Verteilung im Gewebe und längere Verfügbarkeit.

2. Subkutan (s.c.) – unter die Haut

Die Injektion erfolgt in das lockere Gewebe direkt unter der Haut.
Gut geeignet, wenn ein überschaubares Gebiet unterstützt werden soll oder die betroffene Struktur hautnah liegt.

3. Intramuskulär (i.m.) – in die Muskulatur

Das Präparat wird direkt in einen bestimmten Muskelbereich verabreicht.
Wird vor allem bei Verspannungen, muskulären Dysbalancen oder Rückenbeschwerden eingesetzt.

 


Welche Mittel werden eingesetzt?

Bei der Injektionstherapie werden verschiedene Präparatearten verwendet, die je nach Befund individuell kombiniert werden können. Dazu gehören homöopathische Komplexmittel, Einzelmittel sowie, bei entsprechenden Indikationen, auch Vitamine zur Unterstützung nervaler oder muskulärer Strukturen.

Welche Kombination eingesetzt wird, richtet sich immer nach:

  • der betroffenen Region

  • der zugrunde liegenden Symptomatik

  • dem individuellen Bedarf des Hundes

Die Auswahl erfolgt nach Untersuchung und wird jeweils an die aktuelle Situation angepasst.

 


Dauer und Häufigkeit

Wie oft eine Injektionstherapie durchgeführt wird, hängt immer von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel von der Symptomatik, der betroffenen Struktur, dem allgemeinen Zustand des Hundes und auch davon, welche Art von Präparaten eingesetzt wird.

In vielen Fällen erfolgt die Behandlung nicht nur einmal, sondern über einen gewissen Zeitraum. Manche Präparate eignen sich gut für eine kurweise Anwendung, andere werden eher in mehreren Einzelsitzungen im Abstand von einigen Tagen oder Wochen verabreicht.

Der genaue Rhythmus wird immer individuell festgelegt, abhängig davon:

  • wie der Hund auf die Behandlung reagiert

  • ob akute oder chronische Themen vorliegen

  • ob muskuläre, nervale oder gelenknahe Strukturen betroffen sind